Buchstaben formen die Wörter Qualität, Zeit und Preis

9 Handlungsfelder der Digitalisierung: Effizienz und Effektivität

Unternehmen auf der ganzen Welt müssen sich heute vielen Herausforderungen stellen. Die Digitalisierung fordert teils großes Umdenken, Endverbraucher:innen haben immer höhere Ansprüche und die Dynamik auf den internationalen Märkten verlangt effiziente sowie effektive Prozesse. Am Ende des Tages sind all diese Aspekte jedoch Bestandteil eines großen Ziels: nachhaltiger Erfolg für das Unternehmen. Erfahren Sie, warum Qualitätsmanager:innen zum einen eine wichtige Rolle beim Erreichen dieses Ziels spielen und zum anderen zu effizienten, effektiven Prozessen beitragen können.

Gute Qualität – aber bitte schnell und günstig

Dass Herausforderungen nicht nur Aufwand, sondern auch neue Chancen bedeuten können, betonen wir in unserem BloQ immer wieder. Gerade die Digitalisierung bietet uns neue Möglichkeiten, unsere Prozesse zu optimieren. Wir arbeiten schneller, fokussierter und nutzen die Daten zu unserem Vorteil. Die große Kunst ist es dabei, nicht nur gute Qualität im Sinne aller Stakeholder zu gewährleisten, sondern das Ganze noch so kosten- sowie aufwandeffizient wie möglich zu tun.

Wir können nicht außer Acht lassen, dass das Qualitätsmanagement in einem solchen Spannungsdreieck steht – bestehend aus Qualität, Zeit und Kosten. In unserem letzten Artikel zum Handlungsfeld Kontext und Moral haben wir den hohen Stellenwert einer moralisch vertretbaren Qualitätspolitik unterstrichen. Und über Moral lässt es sich einfacher sprechen, wenn das Wirtschaftlichkeitsgebot bereits erfolgreich bedient wird. Ist man jedoch als Zulieferer in eine eng verzahnte sowie genauestens getaktete Lieferkette eingebunden und ist das Einhalten von Konzern- sowie Kundenvorgaben erste Pflicht, bleibt nicht viel Raum für das Philosophieren über Moral.

Welchen Stellenwert hat die Qualität?

Effiziente und effektive Prozesse sind Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben in der Industrie, da sie die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Jedoch führen sie nicht automatisch auch zu Produktverbesserungen, zu Innovationen oder zu einem nachhaltigeren Handeln. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein, wenn zu sehr auf die kurzfristigen Kosten geschaut wird. Es besteht ein Markt für Waren und Unternehmen, die sich in der Qualität bewusst beschränken, aber mit aggressiver Preispolitik auf sich aufmerksam machen. Diesen Wettbewerb als Unternehmen gewinnen zu wollen, folgt einem alten Wirtschaftsdenken, in dem Größe mit Skalierung und somit geringeren Kosten pro Stück einhergeht.

Hinzu kommt die Produktionsverlagerung zur Reduzierung der Kosten. Die Textilindustrie hat es mit der globalen Verlagerung der Produktion vorgemacht. Es herrscht das Prinzip der Größe und der billigen Produktion durch Dritte. Eine Situation in der viele mittelständisch geprägte Unternehmen nicht überleben können. Auch mehren sich Erwartungen auf Seite der Kund:innen nach glaubhafter Produktion und Produkten. Unternehmen suchen nach dem Königsweg: Kund:innen neben wettbewerbsfähigen Preisen, effektiven und effizienten Prozessen auch mit guter Qualität zu überzeugen. Leichter gesagt als getan …

Effizient ist nicht gleich effizient

Letztendlich stellt sich die Frage nach den Erwartungen an eine effiziente und effektive Produktion: Wie kurz- oder langfristig sind die Beweggründe der Entscheidungen? Wer hat welche Erwartungen und welche werden berücksichtigt? Jedes Unternehmen managt diese Erwartungen – bewusst oder unbewusst. Damit verfügt auch jedes Unternehmen über ein Managementsystem mit Prozessen, Leitbild und Qualitätspolitik – hier ebenfalls: bewusst oder unbewusst.

Und an dieser Stelle kommt die Qualität ins Spiel. Qualität ist Führungsaufgabe und immer auch verbunden mit dem Auftrag zur Organisationsentwicklung. Zu glauben, dass Effizienz, Effektivität mit kurzfristig umgesetzten Maßnahmen zur Kosten- und Aufwandsminimierung „abgehakt“ werden können, wird früher oder später zu gegenteiligen Effekten führen. Spätestens nämlich, wenn Kunden mit der Leistung unzufrieden sind und der Lieferant auf seinen Produkten sitzenbleibt.

Qualitätsmanagement als Garant für Effizienz und Effektivität

Doch genug Theorie, zurück zur Praxis: Dieser Artikel wäre nicht Teil unserer BloQ-Reihe, wenn Qualitätsmanager:innen nicht auch hier einen wertvollen Mehrwert schaffen können. Es geht um den Aufbau eines modernen Qualitätsmanagements als Teil eines integrierten Managementsystems (IMS). Dieses Qualitätsmanagement leistet seinen Beitrag im Kontext der jeweiligen Unternehmensstrategie und berücksichtigt die Interessen aller Stakeholder auf Basis wirksamer Prozesse. Es gibt nur ein gelebtes (Qualitäts-)Managementsystem – dieses umfasst alle Bereiche und Interessen eines Unternehmens, auch die effiziente sowie effektive Herstellung innovativer Produkte. Die künstliche Trennung von Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung sowie eine Fokussierung des Qualitätsverständnisses auf Zertifizierungen sollten endlich der Vergangenheit angehören. Hierfür leisten Qualitätsmanager:innen den entscheidenden Beitrag.

In unserer BloQ-Serie zu den „9 Handlungsfeldern der Digitalisierung“ verbleibt nur noch das neunte. Vielleicht besonders ambitioniert, aber mit Blick auf die anderen acht Handlungsfelder ist es elementar für die Zukunft eines Unternehmens. Es geht um Veränderung, Zukunft und die Frage: Ist der Qualitätsmanager auch oder sogar vorrangig Organisationsentwickler? In unserem Finale möchten wir versuchen, eine (vielleicht wenig überraschende) Antwort zu geben.

Lutz Krämer

Lutz Krämer

Lutz Krämer arbeitet seit 15 Jahren bei Babtec und widmet sich als Mitglied der Geschäftsleitung der zukunftsorientierten Weiterentwicklung von QM-Software.

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