Normen und Gesetze: Ordner auf dem Schreibtisch

9 Handlungsfelder der Digitalisierung: Anforderungen, Normen, Gesetze

In unserer Reihe zu den Handlungsfeldern der Digitalisierung beschäftigen wir uns mit den Anforderungen und Aufgaben, die sich durch den digitalen Wandel für den Qualitätsmanager ergeben. Weiter geht es mit den Anforderungen durch Normen und Gesetze – für den Qualitätsmanager sicherlich das bedeutendste Handlungsfeld und fester Bestandteil der täglichen Qualitätsarbeit.

Die Automotive Core Tools – das erste Handlungsfeld, welches in unserem BloQ thematisiert wurde – haben deshalb eine immense Bedeutung, weil sie grundsätzliche Anforderungen der Automotive-Kunden/-Branche adressieren. Neben kundenspezifischen Anforderungen geht es dabei immer auch um die konforme Umsetzung der Anforderungen aus Normen und Gesetzen, z. B. aus der ISO 9001 und insbesondere der IATF 16949. Diese und andere Normen stellen die Unternehmen vor Herausforderungen: Für das Qualitätsmanagement bedeuten sie, die zum Teil ambitionierten Anforderungen der Normen, Gesetzestexte und individuelle Kundenanforderungen in Einklang mit manchmal gegensätzlich aufgebauten Organisationsstrukturen oder Erwartungshaltungen im eigenen Unternehmen zu bringen. Erschwerend kommen immer kleinere Losgrößen und die zunehmende Individualisierung der Produkte hinzu.

QM im Elfenbeinturm?

Kundenanforderungen, Normen und Gesetze gewinnen weiter an Bedeutung und es ist auch nicht zu erwarten, dass diese in den kommenden Jahren wieder zurückgehen wird. Im Gegenteil ist auch aufgrund der Einführung einer einheitlichen Kapitelstruktur (High Level Structure) in allen Managementsystemnormen mit zumindest initial zusätzlichem Aufwand bei der Erzielung und Erhaltung der Normenkonformität zu rechnen. Für das Qualitätsmanagement und die betroffenen Unternehmen bleibt das Handlungsfeld 2 ein Dauerthema; für manche ist es vielleicht sogar ein Reizthema.

Denn mit den Herausforderungen geht oft auch eine Kritik in Richtung Qualitätsmanagement einher: Die Diskussion um ständig neue und in der Regel höhere Anforderungen hinge demnach mit einer zunehmend codierten Sprache der Zertifizierer, Auditoren (intern/extern) und Qualitätsmanager zusammen. Dieser Personenkreis würde sich einen Elfenbeinturm bauen, bestehend aus unverständlichen Anforderungen, Hemmnissen für Außenstehende, unnötiger Bürokratie und zu wenig Nutzen für das eigene Unternehmen.

Mut zur Mitgestaltung

Aus dieser Kritik ließe sich allerdings auch – vielleicht sogar zum Missfallen mancher Qualitätsmanager – eine Aufforderung ableiten. Qualitätsmanager sollten sich demnach nicht nur um „ihre“ Qualität kümmern, sondern die Unternehmensstrukturen und -prozesse aktiv mit ihrem Know-how mitgestalten. Voraussetzung dafür ist, dass die Qualitätsmanager sich selbst ins Spiel bringen, auf die Kollegen zugehen, mitgestalten und das entdecken, was Organisationen ausmacht: Die Menschen dahinter, die mit Leidenschaft und Überzeugung Gutes tun und erreichen möchten. Erst wenn Qualitätsprozesse ihren Weg in die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen finden, können Anforderungen gänzlich erfüllt und Qualität zur wichtigen Kenngröße werden.

Lutz Krämer

Lutz Krämer

Lutz Krämer arbeitet seit 14 Jahren bei Babtec und widmet sich als Bereichsleiter Produkte der zukunftsorientierten Weiterentwicklung von QM-Software.

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